Zihlschlacht – Madiswil 10:10 (7:5)

Wetter top. Rasen top. Stimmung top. Die Schlussrunde startete für gegen die Thurgauer, welche bis zu diesem Zeitpunkt noch voll im Abstiegskampf waren. Und das merkte man auch auf dem Spielfeld. Sie wirkten von Anfang viel präsenter, aktiver und gewillter auf dem Spielfeld. Es war eine andere Mannschaft als noch in der Vorrunde. Mit dem äusserst starken Start der Zihlschlachter konnten wir nicht mithalten und lagen  zeitweise mit vier Körben im Hintertreffen (6:2).

Dass uns das verunsicherte, war die logische Konsequenz und entsprechend gelang uns sehr wenig. Es war eine sehr harzige Leistung, die wir zeigten. Zur Halbzeit konnten wir dann zumindest den Rückstand auf zwei Körbe verkleinern. Die darauffolgenden 20 Minuten waren dann geringfügig besser – dies vielleicht auch, weil unser Gegner nicht mehr ganz so erfolgreich im Abschluss war. Beim Stand von 8:8 konnten wir tatsächlich seit Spielbeginn wieder gleichziehen. Doch die hartnäckigen Thurgauer legten gleich wieder mit zwei weiteren Treffern vor. Es gelang uns dann tatsächlich noch der Ausgleich und wir konnten einen Punkt auf unser Konto gutschreiben lassen. Definitiv zu wenig – wenn man bedenkt, was wir uns eigentlich vorgenommen hätten.

 

Madiswil – Neukirch-Roggwil 12:15 (5:10)

Unser zweiter Gegner kam ebenfalls aus dem Kanton Thurgau. Die Truppe aus Neukirch-Roggwil nahm uns in der Vorrunde regelrecht auseinander. Wir hatten also noch eine Rechnung mit ihnen offen. Das Ziel hätte es sicher sein müssen die Schützen unter Kontrolle zu halten und unseren Gegner nicht in einen Flow, wie in der Vorrunde, kommen zu lassen. Dies gelang uns in den allerersten Minuten nicht schlecht, doch dann drehten die Neukirch-Roggwiler auf und fanden genau den Rhythmus, den wir eigentlich verhindern wollten. Aus allen Lagen und Positionen warfen sie und trafen auch. Machten wir unter dem Korb zu, schossen sie uns aus der Weite ab. Öffneten wir die Verteidigung um diese Weitwürfe zu unterbinden, fanden sie Lücken in unserer Verteidigung und knipsten aus der Mitteldistanz. Halbzeitstand 5:10. Würde die zweite Halbzeit genau so verlaufen, würden wir 20 Körbe kassieren – eine sehr unangenehme Vorstellung. Eine solche Blamage durften wir nicht geschehen lassen.

In der zweiten Halbzeit fanden wir besser ins Spiel und liessen ab und zu kreativ-sehenswertes Korbball zeigen. Die Belohnung dafür war, dass wir bis auf zwei Körbe rankamen. Unglücklicherweise sündigten wir nach wie vor in der Verteidigung und so hielten uns die Thurgauer auf Distanz. Gegen Schluss erstarkte unser Gegner erneut uns und fügte uns eine schmerhafte 12:15 Niederlage zu.

 

Altnau-Kreuzlingen – Madiswil 13:10 (6:4)

Und auch unser dritter Gegner des Tages und folglich auch das letzte Spiel der Saison war gegen eine thurgauer Mannschaft: Altnau-Kreuzlingen. Selbstverständlich wollten wir nicht mit einer Niederlage die Saison beenden und entsprechend ehrgeizig starteten wir in die Partie. Wie es aussah, hatten sich die Altnau-Kreuzlinger dasselbe vorgenommen. Mit der bereits sicheren Silbermedaille wollten sie wohl auch die Saison mit einem Erfolgserlebnis beenden. Von Anfang an entstand eine sehr physische, harte und kämpferische Partie. Keine der Mannschaften gab nach. Über zwei Körbe (Halbzeitstand 6:4) Vorsprung kam keine der beiden Mannschaften raus.

Die zweite Halbzeit wurde dann unschön. Unter dem Korb wurde verhältnismässig zu viel gedrückt, gehalten, gestossen, versteckt gefoult, provoziert. Es ist dies ein Phänomen, welches wir nur bei Altnau-Kreuzlingen beobachten und erleben. Gegen jede (!) Mannschaft der NLA können wir harte und faire Partien spielen, wo wir uns am Schluss mit gutem Gewissen die Hand schütteln und einander danken respektive gratulieren können. Das ist leider bei Altnau-Kreuzlingen nicht immer der Fall. Dass wir nicht alle Unschuldsengel sind, ist uns allen klar. Aber Hand aufs Herz: Wer ist das schon? Die Herren von Altnau-Kreuzlingen übertreiben es aber doch ab und zu: Es besteht ein absolutes Missverhältnis aus Austeilen und Einstecken. Bezüglich Austeilen: Nebst ihrer oft übertriebenen und versteckt-unfairen Verteidigung kommen noch die ständigen Ausrufe und Reklamationen gegen die Schiedsrichterentscheide dazu. Es ist als wäre es ihnen zu wieder, dass man auf ihr Spielverhalten entsprechend reagiert: Selbstverständlich beginnt sich der Gegner irgendwann mit ähnlichen Mitteln zu wehren und das, so zumindest der Eindruck, passt den Thurgauern gar nicht. Spannenderweise ist dieses Phänomen nicht nur in Spielen mit Madiswil involviert zu beobachten, sondern nationalligaweit. Es ist dies sicherlich nicht der Regelfall, aber passiert leider zu häufig.

Die Partie wurde so unfair, dass Strafen am Laufmeter verteilt werden mussten, in Korbnähe stieg die Verletzungsgefahr und am Ende ging es eigentlich gar nicht mehr ums Spiel. Für die unschönen Situationen möchte sich die Mannschaft des TV Madiswils entschuldigen.

Wir verloren mit 13:10, was aber zur Nebensache wurde – schade.

 

Fazit:

Einen Punkt nahmen wir nach Hause mit. Der sechste Schlussrang. Es ist dies in den 22 Jahren NLA Korbball des TV Madiswils erst das zweite Mal, dass wir uns schlechter als Rang 5 klassierten. Enttäuschend ist dies zweifellos – deprimierend aber definitiv nicht. Summa summarum waren wir in dieser Saison schlichtweg zu unbeständig. Das heisst im Klartext: Die angriffsbezogene Rollenverteilung änderte sich stetig und in der Verteidigung muss der letzte Schliff noch gemacht werden. Es sind zwei drei kleinere Punkte, die den Ausgang eines Spiels massgeblich beeinfluss können. Diese kleinen Punkte sind und konnten noch nicht abschliessend justiert werden.

Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der gemeinsam gespielten Minuten: Mit jeder Minute wird eine unbewusst Justierung vorgenommen, Vertrauen wird in sich selbst und die Mannschaft wird gewonnen, das blinde Verständnis entsteht. Es wird sicherlich noch einen Moment dauern, aber wir sind  überzeugt, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft bei den vorderen Rängen wieder ein ernstes Wörtchen mitreden können.