Erschwil– Madiswil 16:16 (8:6)

Gegen die spielstarken Erschwiler starten wir eher wie ein Dieselmotor bei Minusgraden: Wir kommen nur langsam auf Touren. Zur Pause liegen wir mit 6:8 hinten und rennen dem Rückstand permanent hinterher. Der Gegner wirkt wacher und kommt immer wieder zu guten Abschlüssen. Unsere Strategie in diesem Spiel auf den Einsatz von weniger Feldspielern zu setzen können wir noch nicht in eine Dominanz umwandeln. So liegen wir zur Pause 6:8 hinten. Es braucht eine Reaktion.

Nach der Pause ereignet sich die bestimmende Szene des Spiels: Ein Konter, ein unglückliches Zusammentreffen und zack der Schiedsrichter zückt die rote Karte gegen uns. Definitiv keine Absicht, aber Pech hoch zehn. Der Entscheid geht mit der neuen Regelung diskussionslos in Ordnung. Doch statt in Schockstarre zu verfallen, passiert etwas Magisches: Die fünfminütige Unterzahl wirkt wie ein doppelter Espresso. Ein wahrer Energieschub rast durch unser Team. Wir verwandeln einen 3-Korb-Rückstand in eine Führung! Es folgt ein offener Schlagabtausch, wie wir es uns gegen unseren Lieblingsgegner gewohnt sind. Kurz vor Schluss liegen wir erneut mit zwei Körben hinten, doch die Moral bleibt ungebrochen. In den Schlusssekunden spielen wir mit der nötigen Aggressivität auf den Korb und holen uns einen verdienten Penalty heraus. Kühler als jeder Eistee versenken wir das Ding zum 16:16. Ein Punkt, der sich wie ein Sieg anfühlt!

Das Fazit: Manchmal können Strafen und das entsprechende Unterzahlspiel viel Energie freisetzen. Es braucht eine Mannschaft, welche mit viel Wille und einer entsprechenden mentalen Stärke solche Energie in positive Energie umwandeln kann. Dies ist und gelungen und zeigt, dass wir gemeinsam grosses bewirken können!

 

Madiswil – Hausen am Albis 21:15 (11:9)

Nach dem ersten Krimi wollen wir gegen die Wundertüte aus Hausen am Albis eigentlich früh alles klar machen. Wir dominieren die Partie, können uns aber lange nicht entscheidend absetzen. Vielleicht liegt es auch an der einen oder anderen Diskussion mit dem Unparteiischen: wir alle kennen das, Korbballer und ihre Schiedsrichter, eine Liebesbeziehung für sich. Am Schiedsrichter liegt es allerdings definitiv nicht: wir stehen hinten teilweise zu locker und gehen nicht konsequent an den Gegner heran. Manchmal wollen wir es zu «sauber» machen und lassen den Gegner passieren, anstatt ein Foul zu begehen.

Mit einer knappen 11:9-Führung gehen wir in die Pause. In der zweiten Halbzeit zünden wir dann den Turbo. Endlich können wir die Dynamik ausspielen, die uns auszeichnet. Schöne Kombinationen, herrliche Würfe und eine Defensive, die ihren Namen verdient. Am Ende steht ein ungefährdeter 21:15-Sieg auf der gelben Anzeigetafel. Ein Spiel für die Galerie und Balsam für die Nerven.

Fazit: in diesem Spiel haben wir gezeigt, dass wir Spiele konsequent zu Ende spielen können. Es tut uns gut ein Spiel mit einem etwas grösseren Abstand zu gewinnen.

 

Pieterlen - Madiswil 13:15 (6:4)

Pieterlen ist wie eine hartnäckige Erkältung: Man wird sie einfach nicht los und sie sind verdammt unangenehm. Wir passen uns ihrer eher gemächlichen Spielweise an, statt unser eigenes Ding durchzuziehen. Die Folge: 4:6-Rückstand zur Pause. Unsere Würfe in der ersten Halbzeit haben ungefähr so viel Spannung wie eine schlaffe Gummiente, das Selbstvertrauen bleibt kurzzeitig im Jura-Massiv verschollen.

Zehn Minuten vor Schluss sieht es beim Stand von 7:12 düster aus. Die Punkte scheinen weg. Doch dann erleben wir einen Klick-Moment. Angestachelt durch die Inputs unserer Coaches, den motivierenden Worten untereinander und der Anwesenheit der Madiswiler-Zuschauer beginnen wir plötzlich wieder zu gestalten. Wir wollen diese zwei Punkte mit aller Gewalt! Selbst zwei verschossene Penaltys können uns nicht mehr stoppen. In den letzten zehn Minuten spielen wir Pieterlen mit einem 8:1-Lauf regelrecht an die Wand. Ausgleich, Führung, Sack zu. Als junge Truppe beweisen wir, dass wir mental aus Stahl sein können (zumindest für 10 Minuten). Ein unbeschreibliches Gefühl!

Fazit: es gelingt uns noch nicht immer, aber, wenn wir wirklich wollen, dann können wir auch. Dieses Comeback lässt die ersten 30 Minuten des Spiels vergessen. Was wir mitnehmen, sind die Energie und der Siegeswille der letzten 10 Minuten. Für die Nerven wäre es schonender, wenn wir dies früher umsetzen würden. Aber hei, wo bliebe da die Unterhaltung?

Nach diesem emotionalen Tag gönnen wir unseren Nerven eine kurze Pause, bevor es am Sonntag, 31. Mai, in Nunningen weitergeht. Dort warten keine geringeren als: Büsingen, Nunningen und Oberaach auf uns. Teams, die teilweise von der Tabellenspitze grüssen. Wir wissen, was uns erwartet: Es wird gross, es wird physisch und es wird hart. Aber nach dem Comeback gegen Pieterlen wissen wir: Unmöglich ist für uns gar nichts!